Dipl.-Geogr. Andreas Nagl
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Kernenergie ja/nein

Strompreise

Die Strompreise steigen seit Jahren – trotz Atomstrom. Ein entscheidender Grund dafür ist die Marktmacht der vier großen Energiekonzerne, die das Stromangebot an der Leipziger Strombörse dominieren. Von 2002 bis 2008 erwirtschafteten EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall fast 100 Milliarden Euro Gewinn. Im gleichen Zeitraum erhöhten sie die Strompreise um weit über 50 Prozent.

Atomkraftwerke zementieren die Marktmacht der Konzerne und sichern ihnen Milliardengewinne. Dagegen wirken die Erneuerbaren Energien schon heute preisdämpfend. Dank Windkraft sparen die Verbraucher jedes Jahr mehrere Milliarden Euro (Merit-Order-Effekt).

Fielen die derzeitigen enormen Vergünstigungen für Atomkraft weg – etwa durch eine realistische Deckungssumme bei der Haftpflichtversicherung für Atomkraftwerke, eine Besteuerung der Rücklagen, eine Brennstoffsteuer –, wäre Atomstrom unbezahlbar: Die Basler Prognos AG errechnete schon 1992 einen realistischen Preis von rund 2 Euro pro Kilowattstunde.

[ www.naan.de ]     Samstag, 04.02.2012
1 Einleitung Drucken E-Mail

Dipl.-Geograph Andreas Nagl
Diplomarbeit "Stadtklimatische Untersuchungen in Schwabach - Geländemessungen und Computermodellierung hinsichtlich klimaökologischer Ausgleichsflächen"

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1 Einleitung

1.1 Einführung

In den letzten Jahren hat das Stadtklima in der Siedlungsplanung immer mehr an Bedeutung gewonnen. Einerseits ist auf diesem Gebiet die Wissenschaft in ihrer Methodik weit vorangeschritten. Zu den bislang bewährten Messungen im Gelände treten immer öfter Computermodelle und Computersimulationen hinzu, wobei mit der wachsenden Rechnerleistung auch die Leistung der Klimamodelle zunimmt. Andererseits haben sich auch die Sichtweisen des Umweltschutzes gewandelt. So stand früher bei der Argumentation gegen die Bauplanung der Artenschutz im Vordergrund. Neuerdings erkennt man, welchen Wert bestimmte Gebiete in ihrer Gesamtheit haben und wie weit die verschiedenen Umweltfaktoren vernetzt sind. Neben der Flora und Fauna spielen heute eben auch die Böden, das Wasser und die verschiedenen Klimaelemente eine Rolle. Hinzu kommt, daß Städte und Gemeinden verstärkt stadtklimatische Gutachten benutzen, um ihr Image als "Ökostadt" zu verbessern. So wird damit im regionalen Konkurrenzkampf um die Gunst von Touristen oder um öffentliche Gelder geworben. Zwischen den Forderungen aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Umsetzungen in der Praxis stehen allerdings noch die finanziellen Hindernisse.
Groß- oder Megastädte müssen sich hingegen bereits mit den negativen Auswirkungen des Stadtklimas befassen. Starke Luftverunreinigungen und Smog verursachen hier große Probleme, die sich durch frühzeitige Stadtplanung vermeiden oder zumindest verringern ließen. Lufthygiene oder Bioklima sind deshalb Begriffe, die bei einer modernen Planung mitdiskutiert werden.

1.2 Begriffe und Forschungsgeschichte

Der Mensch greift durch Baumaßnahmen in den Naturhaushalt ein und schafft sich eine sogenannte Stadtlandschaft, deren Eigenschaften vom Umland stark abweichen: hoher Versiegelungsgrad, veränderte Oberflächen, hohe Hindernisse, veränderter Wasserhaushalt, Luftverunreinigungen, Wärmeentwicklung durch Industrie und Hausbrand u.a. Dies beeinflußt natürlich die einzelnen Klimaelemente, wodurch innerhalb von Siedlungen ein eigenes Stadtklima entsteht. Der Schriftsteller ADALBERT STIFTER prägte bereits um 1840 diesen Begriff, den er als gebäudenahen Bereich zwischen Freiland und den klimatisierten Räumen definierte (FEZER 1995, S. 15). Wie Städte auf die Klimaelemente einwirken, hat HORBERT 1978 zusammengefaßt (vgl. Tabelle 1 nach Schmalz 1984, S. 5). In Bezug auf diese Änderungen bezeichnet man eine Stadt auch als Wärmeinsel. Ihr Einfluß und Wirkungsfeld läßt sich gut dem Mesoklima zuordnen. Natürlich bestehen Wechselbeziehungen mit dem Makro- und Mikroklima. Eine Stadt beeinflußt das allgemeine Klima (Wolkenbildung oder Abbremsung von Frontendurchgängen) und umgekehrt. In der Stadtklimatologie bewegt man sich auch in Größenverhältnissen des Mikroklimas, wie z.B. bei Winduntersuchungen einzelner Straßenzüge oder Temperaturvergleichen unterschiedlich exponierter Fassaden.

Wie lange die Beobachtung und Erforschung des Stadtklimas in die Geschichte zurückreicht, zeigt eine Zeittafel von FEZER (1995):

Das erste Buch mit dem Titel "Stadtklima" verfaßte 1937 ALBERT KRATZER. Seine Erkenntnisse haben nach wie vor ihre Gültigkeit. Erst nach dem 2. Weltkrieg stieg die Zahl der Publikationen stark an, wobei sich immer mehr Spezialthemen wie 'Klima und Architektur' u.ä. herauskristallisierten. Ab den 80er Jahren werden nicht mehr nur Wirkungen verschiedener Faktoren dargestellt, sondern es wird zusätzlich versucht, negative Auswirkungen in Zusammenarbeit mit Stadtplanern oder Behörden zu verhindern. Besonders die klimatischen und die lufthygienischen Einflüsse auf den Menschen werden in dieser sogenannten planungsrelevanten Stadtklimatologie erforscht. Dabei versucht man die Bewertungsmaßstäbe immer weiter zu verfeinern (vgl. KUTTLER 1997). KUTTLER gliedert drei Bereiche, die eine naturwissenschaftliche Datenerhebung ermöglichen. Erstens in eine Klimabewertung nach aktinischen Ansatz, der sich mit dem Einfluß von UV-Strahlung befaßt. Zweitens die thermische Bewertung, die von einem menschlichen Wohlbefinden bei bestimmten thermo-hygrischen Verhältnissen ausgeht (Klima-Michel-Modell, Predicted Mean Vote). Oder drittens die lufthygienische Bewertung, welche den Einfluß von Luftinhaltsstoffen auf den Menschen behandelt.
Genau dieser planungsrelevante Ansatz in der Stadtklimatologie ist es, der zu dieser Arbeit geführt hat. Doch bevor ich näher auf die Zielsetzung eingehe, möchte ich zunächst das Untersuchungsgebiet genauer vorstellen.