[ www.naan.de ]     Donnerstag, 09.09.2010
5.1.6 Sondierung von Strahlungswetterlagen Drucken E-Mail

Dipl.-Geograph Andreas Nagl
Diplomarbeit "Stadtklimatische Untersuchungen in Schwabach - Geländemessungen und Computermodellierung hinsichtlich klimaökologischer Ausgleichsflächen"


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5.1.6 Sondierung von Strahlungswetterlagen

Belastend für das Stadtklima sind austauscharme Hochdruckwetterlagen. Bei vorwiegend geringer Bewölkung und intensiver Einstrahlung heizt sich das Stadtzentrum tagsüber stark auf. Die niedrigen Windgeschwindigkeiten sorgen kaum für eine Durchmischung der Luftschichten über der Stadt. Die Folge ist eine hohe Schadstoffanreicherung und eine hohe Belastung für den Menschen (z.B. Schwüle). Während solcher Strahlungswetterlagen ist es klimaverbessernd, wenn die bei der nächtlichen Auskühlung entstehende Kaltluft aus dem Umland in die Stadt fließen kann (vgl. Kapitel 4.3 und 5.3). So wird durch lokale Windsysteme ein Ausgleich geschaffen, der das Stadtklima erheblich verbessert. Es stellt sich die Frage, wie häufig solche Wettersituationen in Schwabach auftreten. Bei der Sondierung können mehrere Auswahlkriterien angewandt werden. 

Der Deutsche Wetterdienst filtert Strahlungswetterlagen mit Hilfe der Windgeschwindigkeit und der Temperatur (Methode 1):
Windgeschwindigkeit kleiner 2 m/s
Tagestemperaturamplitude größer 12 °C

Da Strahlungswetter an den Luftdruck gebunden ist, kann er gleichfalls als Kriterium herangezogen werden (Methode 2):
Windgeschwindigkeit kleiner 2 m/s
Luftdruck größer als das Jahresmittel (974,4 hPa)

Um die nächtliche Auskühlung zu berücksichtigen, kann man die Strahlungsbilanz als Filter benutzen (Methode 3):
Windgeschwindigkeit kleiner 2 m/s
Tageszeit zwischen 21:30 Uhr und 3:30 Uhr
Strahlungsbilanz kleiner -20 W/m2



Insgesamt liegt die jährliche Häufigkeit von Strahlungswetterlagen demnach bei über 20 %. Generell müßten zur genauen Bestimmung jedoch mehrjährige Messungen ausgewertet werden.

 

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